Besteht angesichts der jüngsten Berichte über kritische Durchsuchungen von Smartphones und Laptops durch Grenzschutzbeamte nicht eine stärkere rechtliche Kontrolle?

Obwohl dieses Problem gerade in den Vordergrund tritt, ist es leider ein altes Problem. Grenzbeamte haben immer das Recht beansprucht, Ihren Computer und andere elektronische Geräte ohne Gewähr zu durchsuchen. Es gibt immer noch einige Streitigkeiten darüber, wie sie fahren können, aber die Gerichte haben diese Versuche größtenteils nicht gestört.

Sie haben absolut Recht, besorgt zu sein. Jeder Rechtsexperte wird Ihnen sagen, dass Sie „alles zu Hause lassen“ sollen. Ich selbst bin letztes Jahr in die USA gereist und habe meinen reisenden Laptop (der mir normalerweise überallhin folgt) zurückgelassen und mein Handy nur behalten, weil ich GPS brauchte, um mich dort fortzubewegen, wo ich war.

Derzeit gibt es auf beiden Seiten der Grenze zwischen Kanada und den USA einen großen Unterschied in der Rechtsphilosophie bei der Suche nach einem Computer. In Kanada hat der Oberste Gerichtshof entschieden, dass Ihr Computer kein „Ding“, sondern ein „Ort“ ist. Wie die Polizei, die Ihr Haus durchsucht, können sie nur dorthin gehen, wo sie glauben, etwas zu finden, nach dem sie suchen. Wenn sie beispielsweise einen Haftbefehl für Kinderpornografie erhalten, können sie die mit „Steuereinnahmen“ gekennzeichneten Dateien nicht durchsuchen. Wenn sie keinen Plan haben, die anderen Informationen privat zu halten, erhalten sie keinen Haftbefehl (oder wenn sie die Beweise machen, die sie beschlagnahmen, werden sie ausgeschlossen).

Einige Gerichte in den Vereinigten Staaten sind weitgehend zu dem gleichen Schluss gekommen und haben entschieden, dass Sie, um einen Haftbefehl zu erhalten, sagen müssen, wonach Sie suchen und wo Sie ihn wahrscheinlich finden werden.

In beiden Ländern gibt es jedoch eine große Toleranz für „Suche im Zusammenhang mit Festnahmen“ – zum Beispiel durch Ihr Handy schauen, wenn Sie verhaftet werden.

Das Hauptproblem bei der Grenzsuche ist natürlich der Zeitfaktor. Einige interessante Fälle sind ans Licht gekommen, beispielsweise der NASA-Ingenieur, der sein Passwort an einem weitgehend klassifizierten Smartphone an der Grenze übergeben musste. Wie das kurzlebige Einwanderungsverbot gezeigt hat, ist es bestenfalls ein langer Weg, in einer solchen Situation Rechtshilfe und gerichtliche Intervention zu erhalten. Die meisten Leute machen einfach weiter, um nicht inhaftiert zu werden. Ob Gerichte diese Art von Verhalten tolerieren (und es gibt keinen wirklichen Hinweis darauf, dass dies nicht der Fall ist), ist eine Frage für einen anderen Tag.